MyForta prüft patientenindividuell Arzneimittelversorgung für ältere Patienten

Blick in die Zukunft


Dr. Friederike Jensen gibt für Ihre 78-jährige Patientin Caroline Meyer die neuesten Befunde in den Praxis-PC ein. Leider ist zu dem schon länger bestehenden Diabetes mellitus Typ 2, der Adipositas und dem Bluthochdruck noch eine Herzinsuffizienz hinzugekommen, die Patientin leidet unter Atemnot und Beinschwellungen. Mit der Eingabe der Indikation erhält Frau Dr. Jensen einen Hinweis ihrer Praxis-IT, welche Medikamente ihr das MyFORTA-Tool nach der FORTA-Klassifikation für diese Diagnose nach der Klasse A (= A-bsolutely) oder Klasse B  (=B-eneficial) vorschlägt, und welche Medikamente nach den FORTA-Klassen C (=C-areful) und D (D-on’t) nicht empfehlenswert sind. Aus der Kenntnis der Historie der Patientin und der Gesamtzusammensetzung der Medikation entscheidet sich Frau Dr. Jensen in diesem Fall hinsichtlich der Herzinsuffizienz für ein zusätzliches Medikament der Klasse A und eines der Klasse B. Ein anderes A-Medikament war aufgrund einer anderen Krankheit schon vorhanden. Ein weiteres, bei jüngeren Patienten eigentlich immer gegebenes Medikament, wird von FORTA nur mit C bewertet und daher für diese Patientin nicht empfohlen. Sie erklärt: „In 80% der Fälle folge ich der Empfehlung des MyForta-Tools. Für mich ist das eine wertvolle Entlastung, sie spart Zeit und gibt mir Sicherheit. Dennoch bin ich immer frei in meiner Entscheidung. Besonders hilfreich finde ich, dass MyForta mir auch die Begründung für die Empfehlung angibt. So lerne ich gleichzeitig indirekt anhand der Empfehlung.“

Das Beispiel zeigt, wie die Versorgung mit Arzneimitteln schon in naher Zukunft patientenindividuell gesteuert und Ärzte damit entlastet und in ihrer Entscheidung unterstützt werden können. OptiMedis arbeitet zurzeit zusammen mit Professor Dr. Martin Wehling an einem solchen Analysetool, ab Herbst/Winter 2020 soll ein Prototyp von „MyFORTA“ in ersten Regionen getestet werden. Interessenten sind herzlich eingeladen, sich zu melden. Weitere Forschungsprojekte zur Validierung sind ebenfalls geplant.

Verordnungen in Testregionen: Ein Drittel zu viel, zwei Drittel zu wenig

MyFORTA ist die Erweiterung des Algorithmus FORTA EPI, den OptiMedis und Prof. Wehling 2019 erstmals für die Analyse von großen Datenmengen von Krankenkassen und Forschungsprojekten vorgestellt hatten. Auf Basis der unter Federführung von Prof. Wehling zusammen mit weiteren Fachexperten entwickelten FORTA-Klassifikation (Fit fOR The Aged), bei der Wirkstoffe in Verbindung mit altersrelevanten Indikationen hierarchisch von A (positiv) bis D (negativ) bewertet werden, kann der automatisierte Algorithmus die Arzneimittelversorgung auf Regions- oder Praxisebene bei multimorbiden älteren Patienten auf Über-, Unter- und Fehlversorgung prüfen.

Die Ergebnisse der Analysen mit dem Algorithmus ermöglichen es, die Versorgung entsprechend anzupassen. In zwei Testregionen zeigte sich zum Beispiel, dass ein Drittel der Patienten mindestens ein Arzneimittel erhielt, dass weniger geeignet war, und zwei Drittel umgekehrt Medikamente vorenthalten wurden, die für sie die angemessenere Hilfestellung geboten hätten. OptiMedis und Prof. Wehling arbeiten weiter an diesen Algorithmen. OptiMedis optimiert das IT-Tool für den Einbau in die Praxis-EDV. Für MyFORTA wird der Algorithmus nun dahingehend erweitert, dass er für einzelne Patienten genutzt werden kann und dass auch Angaben zum aktuellen Gesundheitszustand in die Analyse mit eingehen.

Aktueller Artikel zum Thema: The Fit fOR The Aged (FORTA) project and its clinical implications

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